Gletschergrundkurs am Zuckerhütl

Bei wolkenlosem und sonnigem Wetter haben sich die neun Teilnehmer des „Gletschergrundkurses am Zuckerhütl“ um 9:30 in Sölden an der Freizeitarena getroffen. Dem eigentlichen Gletscherkurs war dabei Anfang Mai ein gesonderter Spaltenbergungskurs im Steinwald voraus gegangen, bei dem die Fremd- und Selbstrettung aus einer Gletscherspalte besprochen und trainiert wurde.

Dazu trafen sich die Teilnehmer am 26.05 morgens am Wanderparkplatz in Pfaben. Nach kurzem, gegenseitigen Kennenlernen tauchten unsere beiden Übungsleiter Marco Bauer und Armin Landstorfer auf und erklärten uns den heutigen Tagesplan. Zu Fuß legten wir den kurzen Zustieg zum Räuber- und Vogelfelsen zurück und teilten uns in zwei Gruppen auf. Marco lehrte dann jeweils vormittags der einen, nachmittags der anderen Gruppe den Ablauf der „losen Rolle“, der Fremdrettung in einer Dreierseilschaft. Armin übernahm dabei die jeweils andere Hälfte und  führte uns in die Kunst der Selbstrettung mittels zwei Prusikschlaufen und der Gardaschlinge ein. Wie im Zeitraffer verging der Tag auf den sonnigen Felsen und am späten Nachmittag fühlten sich die Teilnehmer sichtlich wohl in der Bergungstechnik, auch die beiden Übungsleiter waren mit dem Ablauf voll zufrieden.

Am 4. Juli war es dann soweit: Das Hochtourenwochenende stand bevor, der Rucksack war gepackt und die Steigeisen waren gewetzt. Die Teilnehmer organisierten die Anreise teils selbstständig und so konnte der geplante Treffpunkt um 9:30 in Sölden nicht gehalten werden. Bis alle Teilnehmer vor Ort waren hat Marco noch schnell den Bus organisiert, der uns beim Aufstieg eine große Strecken des Forstweges ersparen sollte. Nach einer kurzen, aber kurvenreichen Fahrt, befanden wir uns am Start unserer Wanderung. Der Aufstieg zur Hildesheimer Hütte gestaltete sich einfach und war nach der langen Autofahrt genau der richtige Ausgleich.

Oben angekommen empfing uns der herzliche Wirt Gustav mit seiner Frau. Das Lager konnte sofort bezogen werden und bei einer kurzen Stärkung konnten wir unseren neuen Übungsleiter kennenlernen. Armin hatte eine Terminüberschneidung und so sollte Michi Schneider vom Chiemsee für ihn einspringen. Mit leichtem Gepäck starteten wir dann in die zweite Tageshälfte.

Auf einem naheliegendem Altschneefeld übten wir die grundsätzliche Fortbewegung in der Seilschaft und den Umgang mit Pickel und Steigeisen. Für viele war es das erste Zusammentreffen mit dem klassischen Hochtourenequipment. Leicht sonnenverbrannt, aber glücklich und zufrieden stiegen wir zur Hütte ab und ließen den Abend noch entspannt mit etwas Tourenplanung ausklingen.

Am nächsten Morgen war eine leichte Aufregung zu spüren, da für viele Teilnehmer der bisher höchste Punkt in ihrer Bergsteigerkarriere bevorstand. Nach einem ausgedehnten Frühstück starteten die neun Teilnehmer mit ihren zwei Übungsleitern in ihre am Tag zuvor ausgearbeitete Tour. Nach kurzem Auf und Ab und der Überquerung der Reste des Pfaffenferners sammelten sich alle am Pfaffenjoch für das eigentliche Herzstück unserer Tour: Die Überquerung des Sulzenauferners in Seilschaften. Unter der Anleitung von Marco und Michi arbeiteten wir uns zügig über den noch fast komplett schneebedeckten Gletscher und standen schließlich am schneefreien Gipfelaufbau des Zuckhütls. In der Seilschaft, am gleitenden Seil, arbeiteten sich alle gekonnt die leichten Kletterstellen Richtung Gipfel nach oben, immer unter wachsamer Anleitung unserer beiden „Bergführer“. Am späten Vormittag war es dann soweit: Der Gipfel war erreicht und die ganze Gruppe gönnte sich glücklich eine kleine Jause und schoss ein paar Gipfelfotos. Keine Zeit verschwendend, ging es wieder über die Aufstiegsroute hinab auf dem gleichen Weg zurück zum Pfaffenjoch. Schließlich stand noch ein Tagesordnungspunkt offen.

Am oberen Ende des Pfaffenferners sollte nocheinmal die „Lose Rolle“ wiederholt werden. Leider schlichen sich bei allen Teilnehmern Fehler ein, die oft auf Leichtsinnigkeit oder selbstgemachten Druck basierten. So entschied sich Marco, leicht enttäuscht, nachdem im Steinwald alles super geklappt hatte, Abends nochmal bis ins feinste alle Details zu klären. Das Wetter zog sich eh schon zusammen und so stiegen wieder alle zur Hütte ab.

An der Hütte ließen noch einmal alle ihren Tag Revue passieren und die gescheiterten Bergungsversuche wurden von Marco richtiggestellt. Bei einem Bier versuchten wir uns dann an einer größeren Tourenplanung ohne Marcos und Michis Beihilfe.

Am Sonntag blieb dann nicht mehr viel zu tun, außer gemütlich zu frühstücken und abzusteigen. Angekommen am Ausgangspunkt stand dann die große Verabschiedung bevor und die elf Bergsteiger gingen wieder getrennte Wege.

Abschließend können wir nur Danke sagen! Für die wahnsinnig lehrreichen drei Tage und die Freundschaften, die wir neu gewonnen haben! Danke Marco, Danke Michi, Danke Armin für eure Zeit!