Gletscherhochtour im Stubaital

Unsere Vorbereitung auf die lang ersehnte Hochtour im Stubaital startete am 28.05.2017 im Steinwald. Dort wurde uns am Räuber- und am Vogelfelsen die Handhabung der Eigenrettung und der Losen Rolle gezeigt. Nachdem jeder die Vorgehensweise verinnerlicht hatte, konnten wir auch auf den richtigen Gletscher gehen. Am 30.06.2017 trafen wir uns alle (Marco, Armin, Philipp, Petra, Andreas, Benedikt, Hanna, Sascha und ich) an der Freizeitarena in Sölden und fuhren nach kurzer Begrüßung in einer Kolonne weiter zum Parkplatz, an welcher wir mit dem Bus weiter fuhren durften. Dieser setzte uns an der Flieglalm ab und wir traten mit unseren Rucksäcken beladen den Aufstieg an. Nach etwa 20 Min. Fußmarsch gelangten wir zur Seilbahn und Marco teilte uns zur großen Freude mit, dass die Rucksäcke hoch transportiert werden und wir somit „leichter“ den Berg erklimmen können.

Nach ca. 2,5 Std. Fußmarsch erreichten wir auf 2899 m die Hildesheimer Hütte, welche die nächsten Tage unsere Unterkunft sein sollte. Unsere Gruppe wurde sogleich vom Hüttenwirt Gustl freundlich begrüßt und anschließend auf die Zimmer bzw. Betten verteilt. Einige machten es sich zunächst in den Betten gemütlich und der Rest sprach mit Marco über den weiteren Tagesablauf. Am späten Nachmittag brachen wir zum Gaiskarferner auf, um den Umgang mit Steigeisen zu erlernen sowie das Bauen eines T- Ankers zu üben.

Nachdem wirklich jeder mit den Steigeisen zurechtkam, jeder einen T- Anker gebaut und ihn getestet hat ging es zurück zur Hütte. Kurze Zeit später konnte jeder sein 3- Gänge Menü in Beschlag nehmen. Da einigen die Speisen zu viel waren, stellte sich ein Gruppenmitglied zur Verfügung auch wirklich alle Teller zu leeren, damit bei der Gipfelerstürmung auch die Sonne scheint 🙂 Der Abend bestand aus gemütlichem Beisammensein und Planung des nächsten Tages und nach und nach verschwanden alle erschöpft und müde in ihre Betten. Am Samstag früh um 06:30 Uhr starteten wir mit Marco an der Spitze unsere Hochtour Richtung Zuckerhütl. Es war kein perfektes Hochtourenwetter aber da bestand die Hoffnung die Ersten am Gipfel zu sein. Wir liefen los und es zeigte sich anfangs schon, dass Kondition, Schwindelfreiheit und Trittsicherheit gegeben sein sollte. Als wir den Pfaffenferner erreichten, hieß es Steigeisen anlegen und anseilen; die erste Gletscherbegehung stand für einige von uns unmittelbar bevor. Außerdem stellten wir dort fest, dass wir heute die „erste Seilschaft“ sind und unser lieber Kursleiter die Aufgabe bekam uns den Weg zu spuren. Die Bedingungen waren nicht die Besten durch den frischen Schneefall in der Nacht zuvor.

Nach dem Pfaffenferner wartete schon der Sulzenauferner auf uns. Nach schier endlosem Gestapfe über den Gletscher konnten wir endlich das Zuckerhütl erblicken. So kurz vorm Ziel sammelte jeder in einer kurzen Pause nochmal seine Kräfte und los ging es zum Angriff Richtung Gipfelanstieg.

Es bedarf einiges an Übung, bis wirklich jeder den Steigeisen auf Fels vertraute. Um Punkt 12 Uhr erreichten wir jedoch alle glückselig den 3507 m hohen Gipfel.

Da gegen den späten Nachmittag Schneefall vorausgesagt war, drängte Marco zum Abstieg. Kurz bevor wir gegen 16 Uhr erschöpft und glücklich wieder unsere Unterkunft erreichten, begann es dann auch tatsächlich wieder zu schneien. Anschließend wurde sich umgezogen und über die Tour philosophiert und auch schon die ersten Fotos ausgetauscht. Das Abendessen wurde sehnsüchtig erwartet und wurde gleich hungrig verzehrt. Aber auch an diesem Abend hatte einer mehr Hunger als die anderen. Der Abend endete wieder mit viel Gesprächsstoff und einiges an Flüssigem. Am Sonntag konnten wir alle erstmal ausschlafen und dann in aller Ruhe frühstücken. Im Anschluss schnell den Rucksack wieder gepackt, gezahlt und an den Abstieg Richtung Auto gewagt. Dieses Mal wurde auf den Bus verzichtet und somit konnten wir noch etwas mehr Zeit miteinander verbringen, bis wir schlussendlich die Heimreise antraten.

Wir waren eine super Truppe, welche alle auf der gleichen Wellenlänge sind. Wenn es passt werden wir wieder einmal eine gemeinsame Tour starten. Danke an Marco für die professionelle und lehrreiche Leitung des Kurses. Wir hatten alle viel Spaß und konnten eine Menge über das korrekte Verhalten in Schnee und Eis erfahren.

Janine Götz

 

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