Klettern mit jungen Behinderten

Klettertag_mit_Behinderte_aEin besonderes Klettererlebnis bot sich am 11.10.2014 in der Kletterhalle in Tirschenreuth der Sektion Karlsbad DAV. Erwin Bösl vom Familienentlastenden Dienst aus Tirschenreuth zusammen mit dem Heilpädagogischen Zentrum aus Irchenrieth, trafen sich vor der künstlichen Kletterwand um erneut eine Aktion im Rahmen der Erlebnispädagogik zu starten. Nach einer kurzen theoretischen Einweisung war der Moment für die vierzehn hoch motivierten Nachwuchsalpinisten gekommen. Zusammen   mit den Betreuern wurden ordnungsgemäß die Klettergurte angelegt. Magisch zog die Kletterwand alle Teilnehmer in ihren Bann. Nur noch wenige Schritte fehlten, um sich auf den anfänglichen Spuren der Huber Brüdern zu machen. Michael Friedrich stand als Kletterbetreuer bereits in den Startlöchern und verhalf dem ersten Kletterer an die Wand. Der Achterknoten nahm nach und nach Form an, zeitgleich stieg die Euphorie der Teilnehmer. Während sich die ersten Kletterer im Topropeseil verausgabten, nahmen Erwin Bösl und Trainer Marcel Jaekel Position ein und sicherten weitere Teilnehmer die Kunstkletterwand hinauf. Betreuerinnen und Betreuer beider Einrichtungen sorgten im Hintergrund für einen geregelten Ablauf und feuerten die Kraxler in ihren Routen lautstark an. Jeder Kletterversuch war mit Erfolg gekrönt, auch wenn die Umlenkung des Topropes nicht erreicht wurde. Klettertag_mit_Behinderte_cDie erreichte Höhe und Schwierigkeit der Route waren bedeutungslos. Alleine die Tatsache, sich an einer Kletterwand vertikal zu bewegen reichte aus um diesen Moment genießen zu können. Manchen kostete dieser Schritt viel Überwindung, doch wurde schnell Vertrauen in Material und Personal gewonnen. Mächtig stolz und sichtlich abgekämpft erreichten die Kraxler den Boden und gingen in die verdiente Pause. Nun waren auch die Betreuerinnen und Betreuer an der Reihe, ihre Kletterkünste unter Beweis zu stellen. Parallel zum Klettern konnten die Teilnehmer mit kleinen Spielen die Turnhalle des Stiftlandgymnasiums ausnutzen.
Seit 2003 richtet sich der Verein „Familienentlastender Dienst“ an Familien mit behinderten  Mitgliedern. Der Verein stellt dabei den Schwerpunkt auf die Hilfen für die Entlastung des Alltags. Es soll dadurch gewährleistet werden, den Menschen mit Behinderung am gesellschaftlichen, kulturellen und politischen Leben mit Teil haben zu können.
Durch die engagierten Betreuer erfahren die Angehörigen Unterstützung, Austausch und Rückenhalt damit sie den besonderen Gegebenheiten standhalten können. Ein besonderer Dank geht an Michael Friedrich und an das Betreuungspersonal beider Einrichtungen für die tatkräftige Unterstützung. Weiterhin gilt mein besonderer Dank auch der Sektion Karlsbad DAV, die uns ihre Kletterwand, Klettergurte, Kletterschuhe und Seile kostenfrei zur Verfügung stellte.
Marcel Jaekel
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