Schönkirch am Großglockner 3798 Meter

Projekt Großglockner am 17.8.-19.08.

Im Juni trafen sich sieben Schönkircher (Alle Mitglieder der Sektion Karlsbad in Tirschenreuth) und haben das Projekt den Großglockner zu besteigen geschmiedet. Schnell war klar, dass dies nicht einfach werden würde da es galt 1874 Höhenmeter zu überwinden. Das Ziel war die Besteigung über den Normalweg von der Erzherzog-Johann-Hütte aus, so dass am Gipfeltag nur 344 Höhenmeter zu bewältigen sind. Die Hüttenübernachtungen wurden gebucht und voller Freude warteten wir auf den Tag X.
Am 17.8 ging es für uns sechs, Früh um 5:00 Uhr, von Schönkirch nach Kals am Großglockner. Nach fünfeinhalb Stunden Fahrzeit sind wir am Lucknerhaus (1924 Meter)angekommen und dort trafen wir auch Marco und Kathi die schon am Vorabend von einer vorherigen Bergtour aus dem Stubaital angereist waren. Nach einem kurzen Ausrüstungscheck machten wir uns auf dem Weg. Der Aufstieg führte uns über einen befestigten Fahrweg vorbei an der Lucknerhütte (2241m) bis hin zur Abzweigung Mürztalersteig. Nach einer kurzen Trinkpause oberhalb der Lucknerhütte ging es für uns weiter in Richtung Stüdlhütte, da wir uns nicht für den Anstieg über den Mürztalersteig entschlossen, sondern für den alten Kalserweg. Unser eingeschlagener Weg zweigte unterhalb der Stüdlhütte ab in Richtung Ködnitzkees. Vor dem Gletschereinstieg stärkten wir uns mit einer Brotzeit. Anschließend legten wir notwendige Ausrüstung, wie Steigeisen und Helme an, und sicherten uns mit einem Seil. Vorbei an Gletscherspalten führte unser Weg zum Felseinstieg, an dem uns Marco über eine brüchige Gletscherbrücke auf den Felseinstieg sicherte. Nachdem alle sicher über die erste Felskletterei auf einem Flachstück ankamen, wurden die Steigeisen abgelegt. Um der ganzen Gruppe den Gipfelanstieg des Großglockners zu ermöglichen, machte sich an dieser Stelle ein Teil auf zum Gipfelkreuz. Es ging über einen gesicherten Felsgrad weiter zur auf 3454m gelegenen Erzherzog-Johann-Hütte. Dort legte die erste Gipfelgruppe eine kurze Verschnaufpause ein und marschierte mit notwendiger Ausrüstung über den Normalanstieg weiter in Richtung Gipfel. Die zweite Gruppe konnte gleich auf der Hütte die Zimmer beziehen und die Zeit zur Regeneration nutzen. Der Normalanstieg führt über ein Schneefeld, welches als Bahnhof bezeichnet wird, weiter zum Glocknerleitl. Dieses ist eine der Schlüsselstellen am Berg, da sich hier die Klimaerwärmung bemerkbar macht. Das Glocknerleitl entwickelt sich von einem Eisfeld in eine Mischung aus losem Geröll und Eisplatten. Von da aus geht es nach durchgehender Kletterei über den kleinen Glockner, abfallend in die Glocknerscharte, zum Felsaufschwung des Großglockners. Durchgehende Sicherungsmöglichkeiten durch Sicherungsstangen erleichtern die Besteigung und sorgten für die nötige Sicherheit während der letzten Kletterpassagen, sodass die erste Gruppe den Gipfel gegen 17:30Uhr erreichte.

 Da wir uns noch so spät zum Gipfel aufmachten, waren wir die einzigen auf Österreichs höchsten Berg. Leider wollte das Wetter nicht mitspielen und ein Ausblick blieb hinter dicken Nebelwolken verborgen. Gegen 19:00Uhr kehrte die erste Gruppe zur Erzherzog-Johann-Hütte erschöpft aber glücklich zurück. Beim Abendessen schilderten wir unsere Eindrücke ehe es auf unsere Zimmer ging.
Die zweite Gruppe startete am darauffolgenden Tag in der früh um ca. 06:30Uhr los zum Gipfel. Da die Besteigung des Großglockners viele Bergsteiger anzieht, kann es auf manchen Stellen zu Staus am Berg kommen. Um diese auf dem Anstieg zu vermeiden, wurde der erste Gipfelansturm abgewartet. Unsere Taktik machte sich bezahlt, sodass es lediglich hinab vom kleinen Glockner in der Glocknerscharte zu einer Verzögerung kam. Am Gipfel angekommen blieb auch der zweiten Gruppe die Aussicht verwehrt, was aber der Erfolg wieder wettmachte. Nach der Rückkehr zu der Erzherzog-Johann-Hütte ging es nach einer Pause weiter zur Stüdlhütte. Der erste Teil des Abstiegs führte wieder über den alten Kalserweg. Um die brüchige Gletscherbrücke zu meiden, entschieden wir uns für den weiteren Abstieg für den Mürztalersteig. Über die mit Stahlseilen gesicherte Burgwartscharte führte der Weg wieder auf das Ködnitzkees, welches auf unserer Route von großen Gletscherspalten durchzogen war. Nach überqueren des Gletschers ging es über einen Wandersteig bis zur auf 2801m gelegenen Stüdlhütte, auf der wir einen gemütlichen Hüttenabend verbrachten. Am nächsten Tag meinte es der Wettergott anfangs nicht gut mit uns und es zog ein Gewitter auf. Um ca. 8:30Uhr hörte es auf zu regnen und wir schafften es trocken zurück zum Parkplatz.
Wir bedanken uns bei unserem Hochtourenführer Marco Bauer, der den Aufstieg zum Gipfel für unsere Gruppe, innerhalb von 24 Stunden, zweimal auf sich nahm.
Leider musste er Wetterbedingt auf den dritten Anstieg über den Stüdlgrad verzichten.

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