Start der MSL Saison in Österreich

Ich musste aus betrieblichen Gründen notgedrungen vom 23.3 bis 24.3 Urlaub nehmen und hoffte um die Jahreszeit draußen schon was starten zu können. Laut Wetterbericht sollte es vom 23.3-26.3 optimal dafür werden und jetzt mussten nur noch Harald und Sascha von meinem Vorhaben überzeugt sowie ein Ziel gefunden werden. Wir drei hatten mal wieder Lust auf Klettern, aber nicht nur Sportklettern sondern Mehrseillängenklettern. Da tat sich jedoch schon die erste Problematik auf, wo um diese Jahreszeit kann man MSL Klettern? Oberhalb von 1200 m lag der Schnee und wir wollten uns jetzt nicht mit Steigeisen und Pickel aufmachen. Als wir uns Mittwochabend noch immer nicht entschieden haben, reifte in mir der Entschluss eine leichte Skitour zu gehen. Sascha wollte sich damit nicht zufrieden geben und buchte schließlich ein Hotelzimmer im Salzburger Land. Er überzeugte Harald und mich von seiner Idee zuerst den Drachenwandklettersteig zu machen sowie an den weiteren Tagen zum Klettern an den Plombergstein zu fahren. Es wären dort lässige Seillängen, die für keinen von uns dreien eine Problematik darstellen sollte. Am Freitagvormittag sammelte ich meine beiden Männer ein und wir fuhren Richtung Österreich. Bis zur österreichischen Grenze kamen wir gut voran, doch dann führte mich mein Navi über Stock und Stein, da ein Mitfahrer die Gebühr für das Pickerl nicht zahlen wollte. Nachdem wir nach schier endlosen Stunden durch die Pampa – ein Erlebnis für sich- endlich an der Drachenwand ankamen war uns die Enttäuschung ins Gesicht geschrieben. Es bestand Hochnebel und nichts sah nach dem angekündigtem Wetter aus. 

Wir hängten unsere Karabiner in das Stahlseil mit der Hoffnung auf dem Klettersteig dem Nebel zu entkommen. Umso weiter wir hinauf kletterten, umso mehr sank unsere Zuversicht doch noch das grandiose Panorama sehen zu können. Am Gipfelkreuz angekommen machten wir erst mal Pause und die anderen Besteiger zeigten uns Fotos welche tolle Rundumsicht wir leider verpassten.

Beim Abstieg beschlossen wir, sollte sich die Chance für eine nochmalige Besteigung des Klettersteiges auftun würden wir es machen, ansonsten gibt es viele andere schöne Ferratas. Im Anschluss fuhren wir in unsere gebuchte Unterkunft und mussten erst einmal erfahren, dass wir dort nichts Essbares bekommen würden. Also nachdem alle geduscht und fertig waren fuhren wir in den nächst größeren Ort, wo wir sogleich auch eine gute Gaststätte mit sehr gutem Essen fanden.

Am nächsten Tag stand endlich MSL Klettern auf dem Plan. Da wir eine Dreierseilschaft waren, konnte nur einer Vorsteigen und wir einigten uns darauf, dass Sascha diese Aufgabe bekam. Nach 6 sehr entspannten Seillängen waren wir oben angekommen, wo als Ausstieg eine Bank in der Wand auf uns wartete. Von hier hatten wir einen grandiosen Blick auf den Wolfgangsee.

Nachdem wir viele Fotos als Erinnerung geschossen und uns geeinigt hatten, wie der weitere Ablauf unseres Tages aussehen sollte,traten wir den Abstieg an. Dieser führte erst über Wurzeln und Steine und zum Schluss, man glaubt es kaum über endlos viele Metalltreppen. Harald hatte die Vermutung, das wäre für die Steinböcke die hier oben lebten. Im Hotel angekommen, machte sich jeder fertig für unseren abendlichen Trip ins nahe gelegene Salzburg. Nachdem wir auch da wieder dank unserem Navigationsgerät durch jedes kleine Dorf gelotst wurden und jeder nur noch genervter wurde, sprach Harald ein Machtwort und wir kauften uns endlich die Vignette (die ich von Anfang an schon wollte =) ). Wir verbrachten einen schönen Abend in Salzburg und waren dank der Autobahn in 30 Min. zurück in unserem Schlafdomizil.

Der Sonntag sollte dann schon unser letzter Tag sein und ich freute mich, denn nun endlich durfte ich unsere Seilschaft anführen. Die Tour „Aesculap“ sollte mit einer 4+ und neun Seillängen für den Anfang reichen. Meine Tour begann an einem Pfeiler und ich bemerkte hier schon wie geil es werden sollte. Die Routenbauer hatten meiner Meinung ein paar Stände zu viel gebohrt, weshalb ich auf sechs Seillängen reduzierte. Die interessanteste Kletterei sollte ein glattes Plattenstück sein, obwohl ich sonst eher für Risse/Verschneidungen und Kamine zu begeistern bin. Unser letzter Stand war wieder die Bank, welche aber dieses Mal leider schon von einer anderen Seilschaft besetzt war. Von diesen wurde ich überrascht beobachtet, als ich mich mit meinen beiden Nachsteigern nur durch Seilkommandos und nicht durch Geschreie verständigte. Im Großen und Ganzen kann ich sagen, diese Seillängen wären super für Einsteiger, welche das MSL Klettern einfach mal probieren möchten.

Es waren lässige drei Tage und wir waren uns einig, das werden nicht die letzten spontanen Unternehmungen gewesen sein.

Janine Götz

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