Von Zermatt in die Lienzer Dolomiten bis zum Königssee und zurück ins Stubaital

Wo fängt man an zu schreiben wenn man so zwei tolle Wochen wie ich jetzt in den Bergen erlebt hat. Ursprünglich sollte es am 10. August mit dem DAV Karlsbad nach Chamonix in Frankreich gehen wo die Besteigung des Mont Blanc (4810 Meter) auf dem Plan stand. Aufgrund der warmen Temperaturen der letzten Wochen musste diese leider abgesagt werden. Auf der gesamten Aufstiegsroute zur Gouter Hütte bestand akute Steinschlaggefahr. Kurzerhand wurde eine neue Tour zur Douforspitze (4634 Meter) organisiert.
Somit starten wir am 10.8 nach Herbrriegen Nähe Zermatt wo wir die Nacht im Hotel Bergfreund verbrachten. Am darauffolgenden Tag ging es nach Zermatt und mit der Gornergratbahn zur Station Rotenboden wo wir den Gletscherpfad zur Monte Rosa Hütte folgten. Die restliche Zeit wurde bei besten Wetter auf der Terrasse zur Erholung genutzt da es am Nächsten Morgen zeitig losgehen sollte. Nach einer kurzen Nacht starteten wir von der Hütte Richtung Gipfel es galt 1800 Höhenmeter zu überwinden. Nach einer Stunde erreichten wir den Gletscher wo leider zwei den Rückweg zur Hütte antraten, da sie heute Gesundheitlich nicht so fit waren. So machten wir sechs uns, in zwei Seilschaften auf dem Weg zum Gipfel. Nach weiteren dreieinhalb Stunden war der Gipfelgrat erreicht den wir jetzt noch über zwei steile Firnfelder und eine Eisrinne bewältigen mussten. Die restlichen Meter kletterten wir im leichten Blockgelände zum Gipfel. Das Panorama war überragend und wir konnten den Gipfel für uns alleine genießen ehe wir uns auf den langen Rückweg machten. Nachmittags um zwei erreichten wir die Monte Rosa Hütte. Voller Freunde aber erschöpft diskutierten wir noch über die Tour und waren alle der Meinung das man sich diesen Gipfel richtig erarbeiten mußte. Am nächsten Morgen traten wir den Rückweg zur Station Rotenboden an wo es weiter mit der Bahn nach Zermatt ging. Da das Wetter für die nächsten zwei Tage nicht optimal für einen weiteren Gipfel vorhergesagt war traten alle die Heimreise an. Nur nicht ich!

 

Nach einem Tag Entspannung fuhr ich nach Luzern wo ich Kathi vom Bahnhof abholte. Mit Ihr hatte ich schon die letzten zwei Jahre einige Touren gemacht und diesmal sollte es zum Matterhorn gehen. Geplant ist die Überschreitung Lion- hoch und Hörnligrat runter. Übernachtet wurde nochmal im Hotel Bergfreund bevor wir uns am nächsten Morgen auf den Weg machten. Die Stimmung war an diesem Morgen schon leicht angespannt da der Wetterbericht nicht mehr so toll war aber wir es trotzdem versuchen wollten. So ging es mit der Bahn zum Trockenen Steg und weiter über den Gletscher bis zum Furggenjoch. Von da nutzten wir wieder die Bahn bis zur Station Plan Maison die auf 2546 Meter liegt. Mit Blick aufs Matterhorn machten wir uns auf den Weg zum Rif Carell (nicht bewirtete Hütte auf italienischer Seite) die um 18 Uhr erreicht wurde.

Es waren schon so ca. 20 Aspiranten auf der Hütte. Nichts im Vergleich zum Vortag wo sich nach Auskunft anderer Bergsteiger ca. 80 Gipfelstürmer in die Hütte zwengten. Auf der Terasse wurden noch die letzten Sonnenstrahlen genossen und der Plan für Morgen festgelegt. Um zwei soll es losgehen da das Wetter ab 14 Uhr umschlagen soll. Vier Stunden rauf, fünf runter so sollten wir noch einen kleinen Puffer haben wenn was dazwischen kommen sollte. Zwei Uhr Morgens es ist Sternenklar perfekt. Wir und zwei Österreicher waren die ersten und so ging es zu viert Richtung Gipfel. Die ersten Aufschwünge waren mit dicken Tauen versichert alles läuft optimal auch die nächsten Stellen kletterten wir ohne Seil. Die Österreicher waren richtig flott unterwegs aber wir auch. So befanden wir uns um fünf Uhr schon auf 4250 Meter. Im Gedanken dachte ich mir bis jetzt alles ohne Sicherung geklettert das läuft alles richtig gut, der Plan geht auf. Plötzlich rief Kathi: denkst Du ich schaffe das? Ich dachte klar schafft sie das. Nach einiger Zeit sagt sie es wäre besser abzusteigen. Jetzt war ich geschockt schon so nah am Gipfel. Ich antwortete dann steigen wir ab. Wortlos begaben wir uns auf den Abstieg zum Rif Carell. Da angekommen diskutierten wir nochmal über die Situation und waren uns einig das es die richtige Entscheidung war. Das Klettern mit Stirnlampe, die Ausgesetztheit am Grat und in Gedanken das schlechte Wetter setzten Ihr ziemlich zu. An diesem Punkt umdrehen das war schon hart aber wenn sich einer nicht wohl fühlt dann wird eben abgebrochen. Um 16 Uhr erreichten wir wieder das Hotel Bergfreund. Was nun? Wir hatten ja noch einiges an Urlaub. Es herrschte gleich Einigkeit das man jetzt in der Schweiz abbrechen würde und so fuhren wir am selben Abend noch Richtung Österreich mit unbekannten Ziel. Irgendwann hatte ich die Idee wir könnten ja in die Lienzer Dolomiten fahren auf die Karlsbader Hütte da ist Sektionstreffen. Kathi dachte irgendwie verrückt aber bissel klettern hätte auch was. So fuhren wir die ganze Nacht bis der Parkplatz um sieben Uhr an der Dolomitenhütte erreicht wurde. Die Rucksäcke wurden schnell umgepackt und im Laufschritt ging es zur Karlsbader Hütte wo wir uns auf ein Bett freuten. Da das Wetter so gut war schliefen wir bis um 14 Uhr unten am See. Für den späten Nachmittag war noch Regen vorhergesagt. Im Laufschritt machten wir uns noch zum Einstieg der Bügeleisenkante. Die ersten zwei Seillängen gesichert am Seil wurden schnell bewältigt, die Wolken wurden dichter und die ersten Regentropfen setzten ein. Wir entschieden uns den Rest der Tour nur noch mit Zwischensicherungen zu arbeiten. Der Regen wurde stärker und wir immer schneller und so waren wir um 17 Uhr wieder an der Hütte. Es folgte nun ein zünftiger Hüttenabend mit tollen Gesprächen und super Stimmung. Am darauffolgenden Tag traten die Sektionsmitglieder die Heimreise an und Kathi und ich konnten den ganzen Tag noch nutzen zum klettern bei perfekten Wetter. Am Abend diskutierten wir wie es weitergehen sollte: Stüdlgrat am Glockner oder wo anders hin? Irgendwann brachte ich die Watzmann Ostwand ins Spiel. Die Entscheidung vertagten wir bis zum nächsten Morgen.
Es ging gleich nach dem Frühstück zum Parkplatz der Dolomitenhütte und mit dem Auto weiter in Richtung unbekanntes Ziel. Vor der Abzweigung zum Großglockner telefonierte ich noch kurz mit Armin und er meinte machts die Ostwand den Stüdlgrat kennst eh schon. Also fuhren wir zum Königssee. Am Parkplatz angekommen packten wir mal wieder unsere Rucksäcke, besorgten noch schnell was zum essen und Dosenbier. An der Bootsanlegestelle tummelten sich hunderte Touristen die alle nach Bartholomä wollten. Endlich kam auch unser Boot und so konnten wir die kitschige Überfahrt nach Bartholomä mit erleben wo die selben Horden auf die Rückfahrt warteten.

Um 18 Uhr beruhigte sich der ganze Trubel. Wir bezogen das Ostwandlager und genossen noch das ein oder andere Dosenbier am See. Früh um fünf marschierten wir im Schein der Stirnlampen Richtung Eiskappelle. Bis dahin ging wieder alles super dann erwischte ich einen falschen Abzweig was ich da noch nicht bemerkte. Immer noch in der Dunkelheit und in der Annahme richtig zu sein steilte es immer mehr auf. Sind schon noch richtig, da ist wieder ein Bohrhaken rief ich zur Kathi. Langsam wurde es hell und ich mußte leider feststellen das wir uns auf der falschen Route befanden. Eigentlich sollten wir 15 Meter weiter rechts sein das wäre Gehgelände. Ein queren war momentan noch unmöglich. So kletterten wir noch bis knapp unter die Wasserfallwand und querten dann in die eigentliche Route. Von da an lief alles super. Wir trafen noch vier Österreicher mit denen wir eine super Gaudi hatten. Mal gingen sie voran mal wir und so wurde es dann trotzdem 15 Uhr bis wir auf der Südspitze waren. Wir genossen die Aussicht und waren sichtlich froh, dass diese Tour noch geklappt hat. Für uns ging es weiter ins Wimbachgries runter bis zur Wimbachbrücke die wir um 20 Uhr erreichten. Da der Wetterbericht für die nächsten Tage deutlich schlechter meldete beendeten wir hier unseren Tripp. Kathi machte sich noch auf den Weg zum Reschenstausee um Bekannte zu besuchen. Ich fuhr nach Sölden und ging zur Hildesheimer Hütte wo ich noch paar Erlebnisreiche Tage verbrachte und Zeit für neue Touren zu planen hatte.