Felsen-Geologie-Klettern: Eine Vorstellung von Klettergesteinen

(von Dipl.-Geol. Harald Rost, Windischeschenbach, März 2019)

Klettergesteine! Schon wieder?

Ja 🙂 ! Erstens ist es nicht schlecht, wenn man weiß, was man so anfaßt oder in was man so hineingreift 😉 . Zweitens scheint das Interesse da zu sein und nicht zuletzt Drittens, ist nicht alles gut oder auch nur richtig, was dazu so veröffentlicht wird, einiges aber umgekehrt so gut und vor allem auch so schön bebildert, daß folgend gerne darauf gelinkt wird.

Da der Autor selbst Geologe und Petrograph ist, entschied er sich schon bei der Beschreibung der Neuhauser Burgfelsen im November 2016 dazu, die potentiellen Leser auch mit einigen Informationen zur Geologie der Burgfelsen wie zu alternativen Klettergesteinen im 100-km-Radius um Windischeschenbach „zu beglücken“ – ohne allerdings selbst mit zu großem Interesse dafür zu rechnen. Die Resonanz war überraschend positiv und motivierend und führte, zusammen mit der weiteren Ausarbeitung der  Gesteins-Tags bei thecrag, im April 2017 schließlich zu einem etwas umfassenderen „geologischen Kletterartikel“: Klettergesteine – Klettern für geologisch Interessierte

Darin wurden 43 kletterbare Gesteinstypen nach Genese (sedimentär, metamorph, plutonisch, vulkanisch, hydrothermal und metasomatisch) gelistet und zu weiteren Beschreibungen sowie zu Beispiel-Crags verlinkt. In dieser Form und „Vollständigkeit“ weltweit quasi erstmalig 🙂 . Um die Ergebnisse event. Interessierten über Googlerecherche tatsächlich möglichst umfänglich zugänglich zu machen, wurde daher, etwas weniger regional und sektionsbezogen, sogar eine englische Version online gestellt.

Auf ein dozierendes Wiederkäuen der entweder ohnehin gemeinhin bekannten oder im Netz zumindest leicht nachlesbaren allgemeinen Gesteins-Informationen wurde dabei weitgehend verzichtet. Stattdessen wurde versucht, über entsprechende Verlinkung den Lesern ein leichtes eigenes Weiterklicken nach Gusto zu ermöglichen und sich ansonsten stichpunktartig auf übersichtliche Minimalinformation zu beschränken. Was bspw. Granit ist und aus welchen Mineralien er besteht, weiß ein Kletterer entweder selbst noch aus der Schule oder es wird ihm in praktisch jedem Artikel über Gesteine erneut präsentiert – durchaus unterschiedlich gut.

Die Anzahl entsprechender Artikel läßt jedenfalls durchaus auf  steigendes Interesse und Bewußtsein der Kletterer für Geologie und die Gesteine, an denen sie klettern, schließen. Beim Einen oder Anderen regen sie teilweise sicher auch erst an, sich mit dem Thema zu beschäftigen:

Einige Veröffentlichungen im Themenfeld Geologie + Klettern

– Das gemeinsame Alpenvereinsjahrbuch von Deutscher Alpenverein (DAV), Österreichischer Alpenverein (ÖAV) und Alpenverein Südtirol (AVS) enthält in der Ausgabe 2018 einen Artikel „Den Fels begreifen. Zur Geologie von Klettergesteinen„.

– Beim DAV-Hauptverband findet man an unterschiedlichen Stellen unterschiedlich gute Info

Felsen und Geologie (alpenverein.de, Panorama-Magazin)
Geologie (felsinfo.alpenverein.de)
Geologie und Böden (alpenverein.de)

– Der ÖAV hat eine gute Information in seiner Mitgliedszeitung

Achtung Stein! Teil 1
Achtung Stein! Teil 2
Achtung Stein! Teil 3

– Die Zeitschrift klettern nimmt sich des Themas an:

Gesteinsarten – Fels-Typen und Gesteine (auch Kalk)
Fels-Typen und Gesteine – Alles über Fels

– Im Magazin Bergwelten werden einzelne Gesteinsarten beschrieben:

Felskunde – Kalkstein – Zeuge des Urmeeres

– Offenbar gilt sogar „Geology sells“ 🙂 :

Klettershop Chalkr bietet eine Kletterlexikon-Info (Bsp. Kalkstein)
Ortovox-Sportartikel GmbH informiert über Felsarten – das Rohmaterial für Kletterer, s.a. Youtubevideo

– Natürlich gibt es auch englischsprachige Info:

3 Types of Rock for Climbing: Granite, Sandstone & Limestone

Don’t Take it for Granite: Understanding Different Rock Types for Climbing

In Rockclimbing.com:

In Climbing:

Nicht zuletzt wird es wohl irgendwann demnächst auch ein wenig mehr Info in thecrag.com geben.

Den Geologen im Autor freut dies natürlich, andererseits ist es schade, wenn doch teilweise schon mit der Eingangslektüre falsche Vorstellungen bestärkt und mißverständliche, zu unvollständige oder manchmal gar falsche Informationen gestreut werden und so bei den Kletterkollegen ggf. falsches „Grundwissen“ erzeugen, das sich so über die Zeit leider manchmal auch manifestiert.

Konzept der vorliegenden „Vorstellung Klettergesteine“

Nach dem initialen eigenen, bewußt fast rein stichpunktartigen Klettergesteinsartikel“ von 2017 ist dies folgend der Grund für eine nun doch auch autorenseitig etwas umfangreichere Präsentation, die ggf. zudem für die ein oder andere Richtigstellung genutzt werden kann.

Im Sinne der Übersichtlichkeit, aber auch schlicht um dem Autoren gelegentliches, stückweises Arbeiten am Thema zu ermöglichen, wird dies an Gesteinsarten orientiert modular erfolgen und mit der Vorstellung der häufigsten und bekanntesten Klettergesteine, dem „Gesteins-Grundsortiment“ des vorstehend genannten Artikels beginnen (Arbeitsfortschritt an der Verlinkung erkennbar 🙂 ).

1. Kalkstein und Dolomit
2. Granit
3. Gneis
4. Basalt
5. Sandstein (ggf. + Konglomerate)
6. Grünstein
7. Quarz

Ergänzend drängen sich aus unterschiedlichen Gründen ggf. noch einige weitere Gesteine für eine Einzelvorstellung auf:

(8. Amphibolit)
(9. Rhyolith)

Dabei wird weiterhin versucht auf Wiederholungen und Bekanntes möglichst zu verzichten und stattdessen zu verlinken und ggf. nur stichpunktartig aufgezählt. Andernorts vom Autoren als verbesserungsbedürftig empfunden Dargestelltes wird ggf. etwas stärker betont und allgemein werden die Schwerpunkte  etwas anders gelegt, manchmal vielleicht auch auf weniger Bekanntes. Europa bzw. sogar Mitteleuopa bleibt jedoch immer im Fokus und „Vollständigkeit“ wird nicht angestrebt. Letztere kann durch eigenes Weiterhangeln anhand der Links leicht „nach Bedarf“ selbst vergrößert werden. Weiterhin gültig ist die Definition von „Klettergestein“, die der Autor 2017 postuliert hat: der „qualifizierende Beweis“ für ein „Klettergestein“ wird letztlich damit erbracht, daß dieses auch praktisch geklettert wird und sich am besten irgendwo auf der Welt zumindest beispielhaft Sportkletterrouten oder bedeutendere Bergsteigereien in diesem finden.

Der Autor hofft auf gutes Gelingen und wünscht ggf. viel Spaß beim Reinlesen.

P.S.: Eile hat es vorerst keine 🙂