Karlsbader Hütte – Sektionstreffen 2019

Mit vielen sportlichen Unternehmungen fand dieses Jahr vom 23.-25.08. das Sektionstreffen auf der Karlsbader Hütte in den Lienzer Dolomiten mit insgesamt 72 Teilnehmern statt.

Auf verschiedenen Wegen erfolgte nach der Anreise mit dem Bus der Aufstieg von der Dolomitenhütte (1616 m) zur 2260 m hoch gelegenen DAV-Alpenvereinshütte der Sektion Karlsbad, dessen Verwaltungssitz sich in Tirschenreuth befindet.

Während der größte Teil der Gruppe den ca. 2 Stunden dauernden Fuß- und Fahrweg hinaufging, wählte der andere Teil den etwas anspruchsvolleren Weg über den Rudi-Eller-Steig.

Unter der Leitung des 1. Sektionsvorsitzenden und Wanderführers Gottfried Haas stieg eine kleinere Gruppe vom Klammbrückl über 906 hm zum 1902 m hoch gelegenen Kerschbaumeralm-Schutzhaus auf; nach einer Stärkung ging es weiter über das Kerschbaumer Törl (2285 m) zur Karlsbader Hütte, auf der man nach ca. 4 ½ Stunden ankam.

Hervorzuheben ist die Anreise von den drei Waldsassener Sektionsmitgliedern Alexander und Stefan Bauer und Michael Wedlich. Sie waren bereits am Montag mit ihren Mountainbikes in Waldsassen aufgebrochen und bis zur Karlsbader Hütte hinaufgefahren. Für diese Wegstrecke über den Chiemsee und die Großglockner Hochalpenstraße benötigten sie 4 Tage, legten eine Wegstrecke von 540 km und insgesamt 7910 hm zurück. Bei der 3. Tagesetappe kamen sie völlig durchnässt an ihr Ziel. Beachtenswert ist u.a. die letzte Tagesleistung von über 101 km und 3930 hm, die den Bergkameraden sicherlich alles abverlangt hat.

Ausgeruht brachen die Sektionsmitglieder am Samstagmorgen zu verschiedenen Unternehmungen auf.

Eine Gruppe unternahm eine mehrstündige Wanderung über das Kerschbaumertörl zur Kerschbaumeralm.

Die Karlsbader Hütte ist umgeben von mehreren gesicherten Klettersteigen. Ausgerüstet mit einem Klettergurt mit Seilsicherung und einem Kletterhelm wurden u.a. der Seekofel (2738 m) über die Ödscharte, die Große Sandspitze (2770 m) und der Madonnensteig zur Großen (2695 m) und Kleinen Gamswiesenspitze erklommen. Insbesondere im zweiten Abschnitt über die Platte der Kleinen Gamswiesenspitze kommt echtes Kletterfeeling auf, wenn man sich in Sichtweise zu den Alpinkletterern bewegt. Von den Gipfeln konnte man den wunderschönen Blick ins Drautal, auf den Laserz, auf den Kessel der Kerschbaumeralm, nach Norden in die Hohe Tauern und natürlich hinunter auf die Karlsbader Hütte mit dem Großen und Kleinen Laserzsee genießen.

Man befindet sich im Hochgebirge, in dem immer mit einem Wetterumschwung gerechnet werden muss, weswegen gute Bergschuhe und Kleidung erforderlich sind. Das Wetter war unbeständig. Auf dem Rückweg wurde der eine oder andere Tourengeher von einem leichten Regenschauer und teils sogar von einem Hagelschauer überrascht.

Sehr anstrengend war die Tagestour einer jungen Vierergruppe mit unseren beiden Wegewarten Sebastian Schedl und Andreas Schertler, die über das Laserztörl (2497 m) auf dem  Dreitörlweg zum Hochstadelhaus (1780 m) ging. Mit großem Hunger und Durst kehrten sie nach 8 ½ Stunden Gehzeit zur KBH zurück.

Die abendliche Hüttenstimmung wurde musikalisch mit den „Glockner Geistern“ aufgeheizt, die teils von zwei Sektionssängerinnen unterstützt wurden; großen Beifall gab es für die Glockenspieleinlagen.

Wiederum unter der Leitung des Wanderführers Gottfried erfolgte am Sonntagmorgen zuerst der Aufstieg zum Laserzttörl (2497 m) und danach der Abstieg von ca. 1900 hm über den nicht gekennzeichneten Weg über die Lavanter Alm nach Lavant, wofür  5 ½ Stunden  benötigt wurden.

Nach einem erlebnisreichen Wochenende erfolgte die Rückreise mit dem Bus um 15.00 h.

Je nach Witterung ist die Karlsbader Hütte in der Regel von Mitte Juni bis Anfang Okt. mit ca. 5000 Übernachtungen geöffnet. Der laufende Betrieb bedarf u.a. eines großen personellen und technischen Aufwands für die Bereitstellung der Energie und von sauberem Wasser über einen UV-Filter, das ständig überwacht werden muss.

Das Hüttenwirtsehepaar Edith und Rupert Tembler mit ihrem Team versorgten die Besucher mit sehr gutem Essen und Trinken.

Dieses Sektionstreffen wurde durch die Vorstandschaft auch anderweitig sinnvoll genutzt.

Um die autarke Energiesituation zu optimieren, wurde der Neubau der bereits im Vorjahr begonnenen umweltfreundlichen großen Photovoltaikanlage mit modernen Lithiumbatterien in diesem Jahr abgeschlossen. Die offizielle Abnahme und Übergabe dieser Anlage durch die Fa. Meisl aus Berchtesgaden an die Sektion unter der Leitung von 1. Vorsitzenden Gottfried Haas erfolgte an diesem Samstag. Dadurch konnte die CO-2-Belastung durch den Hüttenbetrieb erheblich vermindert werden.

Werner Schmidt


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