Schneeschuhschmankerl im Höllengebirge

Ein Kooperationstour zwischen den DAV Sektionen Weiden und Karlsbad.
Fr. 25. – So. 27. März 2016

 

 

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Spuren ziehen im Höllengebirge

 

Zum Ausklang der Wintersport-Saison 2015/16 lud Tourenleiter Bruno Zimmerer zu einer dreitägigen Schneeschuh-Tour im schönen Höllengebirge. Bis auf gewisse Verzögerungen am ersten Treffpunkt in Weiden lief die Anfahrt am Karfreitag-Morgen wie am Schnürchen und schließlich befand sich die Fahrgemeinschaft bestehend aus Heinrich (Altenstadt), Alwin (Weiden), Thomas (Rothenstadt) und Bruno (Regensburg) planmäßig auf den Weg nach Oberösterreich. Am Zielort angekommen, brachte uns die Feuerkogelseilbahn über die Schneegrenze und so hieß es zum ersten Mal Schneeschuhe anspannen um den ca. 3 h weiten Weg zur abgeschiedenen Rieder Hütte zu bewältigen.

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Bereits auf dem Hinweg durften wir Bekanntschaft mit Daniel dem Hüttenwirt machen. Der überraschend junge Franke kam uns auf Skiern entgegen, er hatte es sich nämlich zur Aufgabe gemacht, sämtliche Bierkästen, die auf der Hütte benötigt wurden, eigenhändig von der Bergstation zur Hütte zu tragen – zu Trainingszwecken für den Himalaya. Stolz verkündete er uns, dass wir uns auf einen Schweinebraten zum Abendessen freuen dürften. Dass gerade Karfreitag war hatte er offensichtlich vergessen, verständlich, wenn man mehrere Wochen abseits der Zivilisation lebt.

An der Hütte angekommen hatten wir leider immer noch keinen Eindruck davon, in welcher Gegend wir uns eigentlich befanden, denn Schneegestöber und eine Sichtweite von nur wenigen Metern hatte uns den Blick auf unsere Umgebung bis dahin stets verwehrt. Dies sollte sich an diesem Tag auch nicht mehr ändern, und so nutzten wir den restlichen Nachmittag dazu, im Windschatten der Hütte die richtige Bedienung des LVS-Gerätes, Sondierung und die Rettung verschütteter Rucksäcke zu üben. Bei Kartenspielen, dem ein oder anderem fränkischen Bierchen und einem vorzüglichen Schweinebraten gestaltete sich der Hüttenabend als äußerst gesellig. Zumal wir die einzigen Übernachtungsgäste auf der Hütte waren und uns somit die volle Aufmerksamkeit von Wirt Daniel und seinem österreichischen Mitarbeiter Klaus gewiss war.

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Gr. Höllkogel mit Rieder Hütte

Voller Tatendrang schnallten wir uns am nächsten Morgen die Schneeschuhe an und bestiegen den nahe gelegenen „Mittleren Kesselgupf“ (1822m). Dabei beließen wir es fürs Erste aber auch und kehrten wieder zur Hütte zurück, denn die Sichtweite war noch immer gleich Null. Ohne überhaupt die umliegenden Hänge sehen zu können, war eine Beurteilung der Lawinengefahr und damit eine sichere ausgedehnte Schneeschuhwanderung unmöglich. Also hieß es abwarten…

Erst gut zwei Stunden vor Sonnenuntergang sollte sich das Wetter bessern und der Nebel begann sich zu lichten. Schneller als jemand das Wort „Lawinenverschüttetensuch-gerät“ aussprechen könnte, standen wir abmarschbereit in den Schneeschuhen und stapften los, in Richtung des „Vorderen Kesselgupf“ (1822m). Der Nebel war schließlich ganz verschwunden, und sogar die Sonne blitzte zwischen den sich auflösenden Wolken hervor. Hatten wir seit unserer Ankunft bisher noch keinen einzigen Blick auf unsere Umgebung erhaschen können, so zeigte sich das Höllengebirge nun schlagartig von seiner schönsten Seite: bei strahlend blauen Himmel und der untergehenden Sonne bot sich uns eine gigantische Aussicht auf die umliegenden Gipfel und sogar das etliche Kilometer entfernte Dachsteingebirge war zu sehen!

Entsprechend dem Wetter war auch unsere Stimmung wie ausgewechselt. Wir genossen die herrliche Landschaft um uns herum und improvisierten eine kleine Tour um die letzten Sonnenstrahlen voll auskosten zu können. Dabei zeigte sich uns auf eindrucksvolle Weise, dass die ganze Theorie und Vorsichtsmaßnahmen bzgl. der Lawinengefahr zweifelsohne gerechtfertigt sind: überraschend löste sich im Hang über uns ein Schneebrett und kam mit großem Getöse auf uns zu.

Natürlich hatten wir dank der Erfahrung von Bruno und Thomas eine sichere Route gewählt und noch genügend Abstand zum Hang, doch einen bleibenden Eindruck hinterließ das Ereignis dennoch bei uns allen.

Lebensfroh nach dem Schneebrett-Abgang !
Lebensfroh nach dem Schneebrett-Abgang !

Das gute Wetter hielt bis zum nächsten Tag und so konnten wir am darauf folgenden Ostersonntag mit dem „Großen Höllkogel“ (1862m) auch noch den höchsten Gipfel des Höllengebirges besteigen.

Natürlich lockte das Bilderbuch-Kaiserwetter viele Schneeschuh- und Tourengeher der Region auf das Hochplateau, und so verwandelte sich das stille und abgelegene Höllengebirge wie wir es bis dahin kennen gelernt hatten in einen turbulenten Spielplatz für Wintersportler. Dies freute auch den Wirt Daniel, dessen Terrasse vor der Hütte nun voll besetzt war und er alle Hände voll zu tun hatte.

 

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Gipfelglück am Gr. Höllkogel

 

Auch wir gönnten uns noch ein Abschlussbierchen, verabschiedeten uns von Daniel und Klaus und machten uns auf den Heimweg zurück in die Oberpfalz.

Vielen Dank an Bruno, Thomas und Heinrich für das schöne und facettenreiche Osterwochenende!

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Die nächste Sektionstour die Bruno Zimmerer anbietet findet vom 14.08-18.08.2016 statt und ist eine mehrtägige Bergwanderung im Hochschabmassiv – Eine Rundtour in landschaftlich eindrucksvoller und einsamer Kulisse. Interessierte melden sich bis zum Anmeldeschluss 14.07.2016 unter Tel 0941  90850 /

Bruno.Zimmerer@dav-weiden.de

Text: Alwin
Bilder: Bruno Zimmerer

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